Entstehungsgeschichte
Wie aus einer spontanen Idee über 50 Jahre gelebter Karneval wurden.
Entstehungsgeschichte
Über 50 Jahre närrische Leidenschaft
Nach dem Krieg gab es eine lange Erholungspause für das Vereinsleben. Erst nach und nach erwachte ein Verein nach dem anderen wieder. Da der Karnevalsverein als ein sehr lustiger Verein bekannt ist, traute sich keiner so richtig, unser Dorf mit einem Karnevalsverein zu beleben. Der Krieg hatte viele Wunden gerissen, die noch nicht verheilt waren.
Einen gab es dann doch, der den Mut aufbrachte, die Sache in die Hand zu nehmen. Es war unser leider viel zu früh verstorbener Tonichen von Weiler (Toni Rohlinger). Er war ein großer Idealist und Organisator. Mit einigen Gruppen von Weiler und Umgebung zog er an Fastnacht durch die Ortschaften. Doch am meisten zog es ihn nach Schwemlingen, denn hier fand er die meiste Unterstützung und Helfer.
Auch brachte er von Weiler ein Prinzenpaar und eine Garde mit. Da Schwemlingen allmählich sehr rege wurde, wollte er auch hier ein Prinzenpaar haben. Es war die Session 1969/70 und er hatte vier Tage vor dem Umzug noch kein Prinzenpaar. Zufällig traf er Martha Olliger im Hela. Sie hatte ihre Tochter dabei. Er sagte: „Na, du kommst mir ja wie gerufen und hast gleich die Prinzessin dabei, die ich so lange suche."
Martha Olliger gab ihr Einverständnis, da ihre Tochter erst 17 Jahre alt war. Ihr Sohn wurde gleich noch der Page. So wurden Prinz Bernd (Zimmer) I. und Prinzessin Cornelia (Olliger) I. das erste Prinzenpaar der Session 1969/70.
Martha Olliger hatte auch eine Idee für den Schwemlinger Umzug: Sie lieh sich ein Wägelchen, befestigte Töpfe, Pfannen und Kessel aus Aluminium daran, nagelte das Schwemlinger Wappen an den Wagen, nähte sich eine Tracht – und schon war die Deppegießer-Mamsell wieder zurück in Schwemlingen! Als Tonichen sie an der Spitze des Umzuges sah, rief er: „Diese Überraschung ist dir aber wirklich gelungen!" Von da an war die Föösend wieder den Deppegießern!
Prinz Heinz-Günther Hemmersdorfer
& Prinzessin Cornelia Olliger
Prinz Josef Gansemer
& Prinzessin Monika Berg
Es bildete sich ein kleines Team aus echten Idealisten unter der Führung von Fritz Kuhn und Toni Rohlinger. Nachdem von 1969 bis 1973 der eigentliche Aufbau getroffen und alle offenen Rechnungen über Spenden und sogar aus privaten Mitteln beglichen waren, war der Weg frei, einen Verein zu gründen.
1973 – Ein Verein entsteht
Der Karnevalsverein „mir gen os net" 1973 e.V. Schwemlingen wird offiziell gegründet. Der erste Vorstand setzt sich zusammen aus:
1. Und wer das Pfannenflicken gut versteht,
der leidet keine Not,
und wer das Pfannenflicken gut versteht,
der hat sein täglich Brot.
♩ Der Pfannenflicker, macht sich nichts draus,
wenn er muss ziehn, muss ziehn von Haus zu Haus. ♩
2. Da kam er vor ein großes Tor,
eine Mamsell schaut hervor,
da kam er vor ein großes Tor,
eine Mamsell schaut hervor!
♩ Herr Pfannenflicker, komm'n Sie nur rein,
hier wird schon was, was, was zu flicken sein. ♩
3. Da gab sie ihm ein Pfännelein,
bedeckt mit schwarzem Ruß,
darinnen war ein Löchelein,
so groß wie 'n Ochsenfuß.
♩ Herr Pfannenflicker, geb Er nur acht,
dass Er das Loch, Loch, Loch nicht größer macht. ♩
4. Und als die Pfanne fertig war,
die Pfanne war geflickt,
da hat sie ihm ein Silberstück,
wohl in die Hand gedrückt.
♩ Der Pfannenflicker, schwenkt seinen Hut,
Adieu Mamsell, der Flick war gut. ♩